Keine Pfiffe, kein Unmut, scheinbar alles in Ordnung beim FSV Mainz 05: Die Fans reagierten nach dem enttäuschenden 0:0 ihren Klubs gegen Hannover 96 (Bericht) erstaunlich gefasst.
Manager Christian Heidel glaubt, dass man im Umfeld des Klubs die augenblickliche Situation einzuordnen weiß.
Der Star aus Spanien kommandiert und dirigiert auf Schalke. Leverkusens Jedvaj durchlebt eine Achterbahnfahrt. Wolfsburgs Malanda macht es gegen Frankfurt wie in München.
„Die Lage wird von außen ein bisschen dramatisiert. Es gibt schlimmere Dinge für Mainz. Insgesamt können wir mit dem Auftakt zufrieden sein. Wir beurteilen das realistisch. Wir haben einen neuen Trainer, das braucht Zeit“, meinte Heidel angesichts der nur zwei Punkte auf dem Konto.
Verstärkung naht
Seine Zuversicht basiert unter anderem auf den neuen Spielern, die Coach Kasper Hjulmand schon in der kommenden Woche begrüßen soll.
Denn der FSV hatte vor dem Anpfiff gleich mehrfach im „Sommerschlussverkauf“ zugegriffen.
Nach der Verpflichtung des Spaniers Jairo Samperio Bustara holten die Rheinhessen am Sonntag den Argentinier Pablo De Blasis (Asteras Tripolis) und den früheren FSV-Profi Sami Allagui (Hertha BSC).
Zudem sind die Transfers von Philipp Wollscheid (Bayer Leverkusen) und Jonas Hofmann (Borussia Dortmund) fast perfekt.
Auch Hofmann und Wollscheid im Anflug
„Philipp Wollscheid wird am Montag nach Mainz kommen zum Medizincheck. Wir werden ihn für ein Jahr von Bayer Leverkusen ausleihen. Auch bei Jonas Hofmann sind wir mit Spieler und Verein klar. Ich gehe davon aus, dass er ab Montag Spieler von Mainz 05 ist“, sagte Heidel bei „Sky“, wollte aber von Panikkäufen nichts wissen.
Denn es sei klar gewesen, dass man vor allem im offensiven Bereich nachlegen musste, so der FSV-Manager.
Hjulmand macht Mut
Die Defizite waren auch den Fans nicht verborgen geblieben und waren ein Grund dafür, dass die Rheinhessen blamabel in der Qualifikation für die Europa League und auch in der Auftaktrunde des DFB-Pokals ausgeschieden waren.
Am Ende mussten die Mainzer auch mit dem Remis gegen die Niedersachsen zufrieden sein.
„Es war wichtig, mal in einem Spiel kein Gegentor zu bekommen, das ist immer ein gutes Gefühl“, meinte Hjulmand und ergänzte: „Unsere Schnelligkeit nach vorne und der letzte Pass waren noch nicht da, aber das kommt noch, da bin ich sicher.“
Korkut zufrieden
Steigern muss sich sein Team auch. In den zweiten 45 Minuten ließen sich die Mainzer von den Gästen zunehmend in die Defensive drängen.
„In der zweiten Halbzeit war das eine klare Leistungssteigerung von uns, daher geht der Punkt in Ordnung“, bestätigte 96-Coach Tayfun Korkut.
Last-Minute-Verstärkungen hat man in Hannover nach dem achten ungeschlagenen Pflichtspiel in Serie nicht nötig.