Johannes Thingnes Bö lief die Konkurrenz in der vergangenen Biathlon-Saison in Grund und Boden, siegte alleine im Weltcup sagenhafte 16 Mal bei 21 Einzelrennen. Aufgrund einer schwierigen Vorbereitung hat der 30-Jährige nun die Erwartungen für den kommenden Winter gedämpft und rechnet nicht mit einer ähnlichen Dominanz.

In einem Interview mit dem norwegischen Fernsehkanal TV2 sprach Bö über einen deutlichen Trainingsrückstand, den er zurzeit aufweist. „Drittes Biathlontraining auf den Rollerskis dieses Jahr. Brauche noch mindestens zwei weitere, um für den Winter bereit zu sein“, schrieb der Gesamtweltcup-Sieger noch Anfang September auf Instagram.

Dass diese Aussage kein beiläufiger Scherz war, bestätigte der Norweger nun. „Das ist so wenig, dass die Menschen gar nicht wissen, wie wenig das ist. Es ist alles vorbereitet, damit sie mich schlagen“, erklärte Bö mit Blick auf die anderen Skijäger. So vermutet er selbst, dass die Konkurrenz ernsthafte Chancen dazu bekommen wird, weil seine Fabelsaison des Vorjahres nicht noch einmal zu wiederholen sei.

Fabelsaison? „Das werde ich nie mehr schaffen“

„Das werde ich nie mehr schaffen. Ich weiß allerdings auch nicht, ob das überhaupt noch jemand schaffen wird“, sagte Bö und ergänzte: „Ich bin darauf vorbereitet, etwas mehr pushen zu müssen und nicht mehr so viel zu gewinnen“. Dennoch strebt der Norweger den erneuten Gewinn der großen Kristallkugel.

„Ich glaube, dass ich das erreichen kann“, betonte er.

Wie Bö verdeutlichte, will er spätestens im Oktober wieder auf dem Leistungsniveau seiner Kollegen aus dem norwegischen Team sein. „Und ich hoffe, dass ich danach vor ihnen sein werde.“ Der erste Weltcup startet am 25. November im schwedischen Östersund.