Nach seiner Zwei-Satz-Niederlage gegen Marco Trungelliti in der Qualifikation für das Challenger-Turnier in Buenos Aires ließ Gastao Elias seinem Frust über die Bälle freien Lauf.

„Ich verlange von der ATP, dass sie uns die gesamten Physiokosten erstatten, die ich brauche, nachdem ich mit diesen Bällen gespielt habe“, schrieb sich der Portugiese bei X (ehemals Twitter) in Rage und fügte hinzu: „Ich bin seit vielen Jahren auf der Tour und habe so etwas noch nie gesehen. DAS IST UNMENSCHLICH!“

Mit dieser Aussage hat der 32-Jährige eine Diskussion losgetreten, der sich mittlerweile auch Novak Djokovic angeschlossen hat. „Es besteht sicherlich ein Zusammenhang zwischen häufigen Verletzungen des Handgelenks, Ellenbogens, Schultergelenks und den ständig wechselnden Bällen“, sagte der Rekord-Grand-Slam-Sieger im Gespräch mit dem serbischen Onlineportal sportal.rs und forderte: „Ich bin absolut dafür, dass wir einen Ball wählen, mit dem wir alle ATP-Turniere spielen.“

Djokovic: „Müssen eine Lösung finden“

Aktuell darf jedes Event selbst entscheiden, mit welchen Bällen die Spiele bestritten werden. Sie müssen lediglich vom internationalen Tennisverband zugelassen sein. Das Problem: Die Liste umfasst Dutzende verschiedene Marken und Modelle und die Turnierveranstalter entscheiden zumeist nach dem besten finanziellen Angebot.

Dieser Problematik ist sich auch Djokovic bewusst. Natürlich habe ein Turnier das Recht, mit den Ballherstellern zu verhandeln, erklärte die aktuelle Nummer eins der ATP-Weltrangliste. „Allerdings müssen wir einfach einen Weg finden, das zu vereinheitlichen – zumindest für jeden Belag“, forderte er und nahm die Verantwortlichen in die Pflicht: „Sie müssen eine Lösung finden.“

Unterstützung bekommt er dabei von zahlreichen Kollegen. Daniil Medvedev sparte im Rahmen der China Open ebenfalls nicht mit Kritik an den dort verwendeten Bällen. Diese würden nach einigen Schlägen „größer und flauschiger“, beschrieb der 27-Jährige die Situation. „Dadurch spielen wir im Grunde Ballwechsel über 30 Schläge, weil es unmöglich ist, einen Winner zu schlagen.“

Auch Alexander Zverev monierte bei den US Open die verschiedenen Modelle. „Wenn es windig wird, ist es unfassbar schwierig, Tennis zu spielen mit diesem Ball“, meinte er über den „zu leichten Ball“.

Rafael Nadal monierte bei den Australian Open gar die gesunkene Qualität bei den Bällen. „Nach ein paar Schlägen verliert der Ball den Druck. Es ist schwieriger, ihn mit dem richtigen Spin zu treffen“, schilderte der Spanier.

Eva Lys klagt nach Verletzung in Seoul

Auch bei den Frauen gibt es Unmut über das Spielgerät. Die jüngste Kritik kommt von Eva Lys. Die Deutsche musste am Donnerstag im Achtelfinale von Seoul ihr Spiel gegen die Tschechin Marie Bouzkova verletzungsbedingt abbrechen.

„Leider musste ich heute aufgrund von Schulterschmerzen aufgeben. Ich habe mich auf dem Platz fantastisch gefühlt – was das heutige Ergebnis noch trauriger macht“, schrieb sie bei Twitter.

„Ich denke, es ist an der Zeit, dass die WTA den Ballwechsel während der Turniere überdenkt. Sich jede Woche umzustellen, war für viele Spieler wirklich hart.“

Das sieht auch Vasek Pospisil so. „Die Bälle sind schrittweise schwerer geworden und – Überraschung – es killt unsere Körper“, malt er auf Social Media ein verherendes Bild.