Trient – Der Start des neuen Bundestrainers Emir Mutapcic stand von Anfang an unter keinem guten Stern.

Der Bosnier hatte von Tag eins im Amt mit Personalproblemen zu kämpfen – das missglückte Debüt beim Vier-Länder-Turnier gegen Gastgeber Italien legte die Schwachstellen schonungslos offen.

Unmittelbar vor Beginn der EM-Qualifikation sind die Baustellen unübersehbar.

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Chancenlos gegen Italien

Die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) war beim 59:91 (30:54) nicht nur chancenlos, der Erkenntnisgewinn für Mutapcic dürfte sich angesichts eines Rumpfteams arg in Grenzen gehalten haben.

Und das wenige Wochen vor den Gruppenspielen gegen Österreich, Polen und Luxemburg (10. bis 27. August). (DATENCENTER: Die EM-Qualifikation)

„Unter die Räder gekommen“

Zwölf Spieler hatte der Nachfolger des erfolglosen Frank Menz nominiert – die Hälfte davon waren Debütanten, vier kamen gegen die Azzurri zum Einsatz.

„Wir sind im zweiten Viertel unter die Räder gekommen“, sagte DBB-Sportdirektor Peter Radegast. Man werde nun „die ein oder andere Lehre daraus ziehen“.

Günther, Giffey, Ohlbrecht und Harris fehlen

Trotzdem lösen sich Mutapcics Personalprobleme so schnell nicht auf.

Neben dem verletzten Per Günther und einigen Spielern, die noch Sonderurlaub genießen, fehlen auch Leistungsträger wie Niels Giffey, Tim Ohlbrecht, Elias Harris oder Beko-BBL-„Most Improved Player“ und A2-Nationalspieler Danilo Barthel, die über die Summer League den Sprung in die NBA schaffen wollen.

Kritik an NBA-Abenteurern

Mutapcic hatte dies im Vorfeld scharf kritisiert und den Spielern fehlende Identifikation mit dem Nationalteam vorgeworfen („Wer bei uns spielen will, der muss voll dabei sein“).

Radegast bemühte sich nun um Ausgleich: „Das ist eine schwere Nummer für uns. Einerseits kann man die Kritik teilen, andererseits kann man auch die Motivation der Spieler verstehen, sich dort zu präsentieren.“

Zirbes überzeugt

Die übrigen sechs für das Turnier nominierten Spieler waren zwar bei der EM 2013 in Slowenien dabei.

Gegen Italien fand aber einzig der Bamberger Center Maik Zirbes mit 20 Punkten Zugang zum Spiel, das nach der Pause etwas besser wurde.

„Im dritten Viertel konnte man dann sehen, was in der Mannschaft steckt“, sagte Radegast und machte sich Mut für die anstehenden Aufgaben.

Keine Kritik an Neulingen

An den Neulingen wollte der Sportdirektor die Pleite gegen Italien, das ohne seine NBA-Stars Marco Belinelli (San Antonio Spurs), Danilo Gallinari (Denver Nuggets) und Andrea Bargnani (New York Knicks) angetreten war, aber nicht festmachen.

„Man hat ihnen angemerkt, dass sie nervös waren. Da sind schon einige Bälle verlorengegangen“, sagte Radegast: „Hier Kritik zu üben, wäre aber verfrüht.“

Kleber als Lichtblick

Neben Maximilian Kleber (Obradoiro CAB/Spanien), der als Lichtblick wie Zirbes zweistellig punktete (14), debütierten auch Johannes Voigtmann (Frankfurt Skyliners), Andrej Mangold (Telekom Baskets Bonn) und Akeem Vargas (ALBA Berlin).

Das deutsche B-Team offenbarte jedoch deutliche Schwächen: Nur schwache 21 Prozent der Dreipunktwürfe fanden ihr Ziel.

Bereits am Freitag geht es für Deutschland im Turnier gegen Belgien (18 Uhr) weiter.

Schröder und Schaffartzik kommen

Hoffnung dürfte Mutapcic aus der Nachricht schöpfen, dass NBA-Profi Dennis Schröder (Atlanta Hawks) und Kapitän Heiko Schaffartzik (Bayern München) nach dem Turnier zur Auswahl stoßen.

Im Länderspiel gegen Finnland am 27. Juli in Leipzig wollen Mutapcic und seine Mannschaft dann „unser wahres Gesicht zeigen“.

Die EM-Qualifikation im Überblick:

Sonntag, 10. August: Polen – Deutschland Mittwoch, 13. August: Österreich – Deutschland Sonntag, 17. August: Deutschland – Luxemburg (in Trier) Mittwoch, 20. August: Deutschland – Polen (in Bonn) Sonntag, 24. August: Deutschland – Österreich (in Hagen) Mittwoch, 27. August: Luxemburg – Deutschland