Von Adrian Geiler
München – Zusammen haben sie in der Beko BBL den übermachtigen FC Bayern München geärgert, sind Vizemeister geworden und haben den Pokalwettbewerb gewonnen.
Doch nur ein erfolgreiches Jahr später ist die vermeintliche „Traumehe“ zwischen ALBA Berlin und dem in Berlin geborenen und ausgebildeten, auslandserprobten (USA, Griechenland, Türkei) Jan-Hendrik Jagla gescheitert. Der Vertrag wird nicht verlängert. Der erfahrene „Berliner Leuchtturm“ (2,13 Meter groß) geht.
„Wir konnten uns nicht auf einen neuen Vertrag einigen“, sagte Sportdirektor Mithat Demirel und zeigte sich enttäuscht: „Jan hatte schon lange ein Angebot von uns.“
Im SPORT1-Interview erklärt Jan-Hendrik Jagla, warum er seine Heimatstadt verlässt – und was die Zukunft für ihn bereithält.
SPORT1 Herr Jagla, warum bleiben Sie nicht bei ALBA?
Jan-Hendrik Jagla: Schwer zu sagen. Wir sind einfach nicht zusammengekommen. Es gab ? warum auch immer ? viele Themen. Ums Geld ging es nicht. Bei so einer Entscheidung spielen immer viele Sachen mit rein. Seien es familiäre Aspekte, Kommunikation, sportliche Perspektive? alles Mögliche. Ich will das gar nicht weiter ausführen. Es ist wie es ist. Das war die schwerste Entscheidung meines Lebens, hier wegzugehen. Es liegt auch nicht am Trainer. Ich habe mit Sasa Obradovic super zusammengearbeitet, wünsche ihm viel Glück und eine tolle Saison.
SPORT1: Warum genau ist es die schwerste Entscheidung Ihres Lebens?
Jagla: Es gab eben viele Sachen, die für einen Verbleib gesprochen haben. Es gab aber auch Sachen, die dagegen gesprochen haben. Berlin ist meine Heimatstadt. Und jetzt nach einem Jahr wieder zu gehen, fällt mir schwer.
SPORT1: Glauben Sie, dass trotz Ihres Abgangs das Projekt ALBA und der Angriff gegen die Bayern trotzdem erfolgreich sein können?
Jagla: Ich denke, es wird wieder eine relativ neue Mannschaft auf dem Parkett stehen. Einige sehr wichtige Puzzleteile sind gehalten worden. Wie der Trainer, Reggie Redding, Cliff Hammonds, wie auch einige deutsche Spieler, die sehr wichtig sind für den Erfolg. Daraus muss Sasa ein neues Team stricken ? und das hat er in der vergangenen Saison hervorragend gemacht. Ich hoffe, dass er das wieder schafft. Ich gönne das der Mannschaft. Es ist aber zu früh, irgendwelche Prognosen abzugeben. Das sind neue Spieler gekommen, einige sind gegangen. Das muss sich alles finden und geformt werden. (DATENCENTER: Der Spielplan 2014/15)
SPORT1: Es wird über ein Interesse aus der Türkei spekuliert, unter anderem von Türk Telekom Ankara, für die Sie schon zweimal gespielt haben. Was ist da dran?
Jagla: Es gibt ein, zwei Angebote, die ich mir durch den Kopf gehen lasse. Viele Dinge stehen in den nächsten Wochen an, bevor die Vorbereitung losgeht, die ich entscheiden werde.
SPORT1: In der Türkei gibt es immer wieder politische Unruhen. Beeinflusst das Ihre Entscheidung?
Jagla: Es gibt viele Komponenten, die die Entscheidung eventuell in die eine oder andere Richtung ändern können. Was und wie und warum und warum vielleicht nicht – das werde ich alles nun in Ruhe mit meiner Frau besprechen.