Dieses ungewöhnliche Gefühl hatte für Francesco Friedrich auch etwas Gutes.

„Die Niederlagen, diese Misserfolge, bringen uns viel mehr voran, als wenn wir immer alles abstauben“, sagte der Bob-Dominator, nachdem er in Lake Placid zweimal „nur“ auf den zweiten Platz gerast war.

Erstmals seit fast drei Jahren endete ein Weltcup-Wochenende für den Doppel-Olympiasieger damit ohne Sieg. Die Siegmaschine, die sonst eigentlich immer gewinnt, zeigte beim letzten Übersee-Rennen in beiden Schlitten eine menschliche Seite.

Francesco Friedrich kann trotz Ende der Siegesserie unbeirrt sein

Im Zweier war Teamkollege Johannes Lochner schneller, in der Königsdisziplin triumphierte am Sonntag dann hauchdünn der Brite Brad Hall.

Friedrich kann die schwierige Olympia-Bahn am Mount van Hoevenberg auf seiner Siegerliste somit noch nicht abhaken: Im Vierer gewann der „King of Bob“ in Lake Placid tatsächlich noch nie.

Und dennoch: Die kurze Weihnachtspause kann der 32-jährige Sachse mit einem guten Gefühl antreten. Am allgemeinen Bild änderte sich seit den goldenen Olympischen Winterspielen von Peking nämlich wenig.

Vier von sechs Saisonsiegen gingen an Friedrich, und auch die anderen deutschen Schlitten laufen gut.

„Wir wissen, was wir zu tun haben“

Die Frauen holten durch Kim Kalicki bereits zwei Siege im Zweier – und selbst im ungeliebten Monobob feierte Olympiasiegerin Laura Nolte am Wochenende ihren ersten Weltcupsieg. „Ich bin mit Überseetour sehr zufrieden“, resümierte Bundestrainer Rene Spies.

In Vorbereitung auf die WM in St. Moritz (22. Januar bis 5. Februar) stehen nach dem Jahreswechsel noch drei Wochenenden in Deutschland an: eines in Winterberg, zwei in Altenberg. Schon dann, spätestens aber in der Schweiz, dürfte Friedrich zurückschlagen.

„Wir wissen nun, was wir hier zu tun haben“, sagte der Ausnahmepilot vielsagend, „wenn es drauf ankommt, sind die Hundertstel hoffentlich wieder auf unserer Seite.“

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