Von Holger Luhmann, Reinhard Franke und Christian Ortlepp
München – Im zähen Ringen um Mehdi Benatia hat nicht zuletzt Trainer Pep Guardiola den Ausschlag für den FC Bayern gegeben.
Dies hat Benatia SPORT1 verraten.
„Herr Guardiola wollte mich unbedingt“, sagte der Kapitän der marokkanischen Nationalmannschaft und schob noch gleich ein Lob für seinen neuen Coach hinterher: „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit ihm. Er ist ein starker Trainer.“
Hängepartie zehrte an Nerven
Für Benatia erfüllt sich mit dem Wechsel vom AS Rom zum FC Bayern München nach eigener Aussage „ein Traum“.
„Bei Bayern gibt es viele tolle Spieler. Der Kader ist exzellent besetzt. Es ist ein Traum, ab jetzt ein Teil davon zu sein“, erklärte der Verteidiger, der noch an diesem Mittwoch zum Medizincheck in München erwartet wird.
Dass die Hängepartie der vergangenen Woche an seinen Nerven gezehrt hat, verschwieg Benatia nicht: „Es hat sich ein bisschen hingezogen und zwischendurch dachte ich schon, dass der Wechsel doch noch platzen könnte.“ Doch jetzt sei er glücklich, dass der Wechsel endlich geklappt habe.
Dann bestieg er den Flieger Richtung München
Gute Besserung für Javier Martinez
Seine Klasse hat Benatia in Rom schon unter Beweis gestellt.
Im vergangenen Sommer für 13,5 Millionen Euro von Ligakonkurrent Udinese Calcio verpflichtet, schlug er bei der Roma gleich ein.
Unter seiner Regie kassierte die zuvor anfällige römische Abwehr acht Spieltage lang kein Gegentor.
Vorschusslorbeeren bekam Benatia vom früheren Münchner Stürmer Luca Toni mit auf den Weg. „Ich denke, Benatia ist der beste Verteidiger der vergangenen Saison. Er ist stark, er ist groß, er ist schnell. Er steht immer in perfekter Position und ist taktisch klug“, sagte Toni der „Sport-Bild“.
Jerome Boateng freut sich schon auf seinen neuen Teamkollegen. „Ich sag super! Schön für den FC Bayern, wenn ein guter Spieler kommt?, sagte der Weltmeister SPORT1.
Viertteuerster Bayern-Zugang
Dabei ist der gläubige Muslim aus dem Pariser Vorort Courcouronnes durchaus ein Spätstarter. Er wurde im nationalen Elite-Leistungszentrum Clairefontaine ausgebildet, fasste bei seinem Jugendverein Olympique Marseille aber nie Fuß.
Benatia hatte Probleme mit Verletzungen, wurde mehrmals ausgeliehen und verließ den Klub 2008 schließlich, ohne ein einziges Ligaspiel bestritten zu haben. Da war er schon 21 Jahre alt.
Nach zwei Jahren beim Zweitligisten Clermont Foot schaffte er mit dem Wechsel zu Udinese Calcio in Italien den Durchbruch.
In Rom wurde er endgültig zum international anerkannten Star. In 38 Serie-A-Spielen kassierte die Roma nur 25 Gegentore – im Jahr zuvor waren es 56.
Torgefährlich ist Benatia außerdem. Fünf Treffer gingen vergangene Saison auf sein Konto. Jedes Tor bejubelt er mit einer doch umstrittenen Pistolero-Geste.
Achtmal in Folge zu Null
Vor allem aber soll Benatia beim FC Bayern als neuer Abwehrchef der Dreierkette die Schotten dicht machen.
Allerdings hat Benatia bisher noch nie Champions League gespielt.
Zudem wird er den Münchnern wegen des Afrika-Cups in seinem Heimatland vom 17. Januar bis 8. Februar 2015 fehlen.
Spätstarter und Revolverheld
Eine Irritation gibt es übrigens noch wegen Benatias Vornamen.
Beim Weltverband FIFA und der Europäischen Fußball Union wird er nicht als Mehdi, sondern als Medhi geführt.
Für Aufklärung wird Benatia bestimmt bei seiner Ankunft in München sorgen.