Kiel – Das 79. Landesderby gewonnen und den Fehlstart abgewendet – Handball-Rekordmeister THW Kiel ist in der DKB HBL wieder in der Spur.
Drei Tage nach der 21:27-Pleite beim Ex-Meister TBV Lemgo triumphierte der Titelverteidiger in eigener Halle gegen Champions-League-Gewinner SG Flensburg-Handewitt mit 30:26 (13:15).
Die Gäste warten nun schon seit mehr als acht Jahren auf einen Sieg beim Erzrivalen.
Vor 10.285 Zuschauern in der ausverkauften Arena fanden die Platzherren allerdings lange nicht zu einem geordneten Spiel. Aber dank einer klarer Leistungssteigerung in den zweiten 30 Minuten konnten die Kieler die Partie noch drehen (DKB HBL: Ergebnisse und Tabelle).
„Die zwei Punkte waren ganz wichtig. Jetzt gilt es gegen Hamburg, die nächsten zwei einzufahren. Wir haben jetzt drei Auswärtsspiele am Stück und die sind alle extrem wichtig“, sagte Steffen Weinhold am SPORT1-Mikrofon.
Im Vergleich zur Partie in Lemgo hat er eine klare Steigerung erkannt: „Man hat gesehen, dass uns noch die Abstimmung fehlt. Das erste Heimspiel ist jedoch immer etwas Besonderes. Was den Teamgeist und das kämpferische Niveau angeht, waren wir schon ein Stück weiter als in Lemgo“, erklärte Weinhold SPORT1.
(SHOP: Jetzt Handball-Artikel kaufen)
Dass die Zebras in der ersten Halbzeit überhaupt im Spiel blieben, lag lediglich an Torhüter Johan Sjöstrand. Der Schwede stach seinen Gegenüber Mattias Andersson klar aus.
Auch bei den Standards leistete sich der THW ungewohnte Nachlässigkeiten, gleich drei Strafwürfe fanden nicht den Weg ins Tor.
Die vor dem Seitenwechsel sehr fehlerbehaftete Partie wurde in der zweiten Halbzeit zunehmend hektischer.
Die Führung wechselte ständig, die beiden Schiedsrichter verteilten fleißig Zeitstrafen.
Vom Publikum nach vorne gepeitscht, setzte sich am Schluss die größere Physis beim THW durch.
Zu den Leistungsträgern im Team von Coach Alfred Gislason gehörte ausgerechnet Steffen Weinhold, der vor Saisonbeginn nach Kiel gewechselt war.
Nach schwächerem Beginn steigerte sich auch der vom HSV Hamburg verpflichteten Toptransfer Domagoj Duvnjak.
Entscheidend für den Ausgang der Partie war jedoch die auch im zweiten Durchgang exzellente Leistung von Keeper Sjöstrand, an dem die die Akteure von Trainer Ljubomir Vranjes schier verzweifelten.
Beste Werfer bei den Platzherren war Mannschaftskapitän Filip Jicha, der tschechische Nationalspieler war siebenmal erfolgreich. (SERVICE: Die Stenogramme des 2. Spieltags).
Lasse Svan und Holger Glandorf erzielten je sechs Tore für die SG.
Bestätigen müssen die Kieler ihren Formanstieg bereits am Sonntag im Auswärtsspiel beim letztjährigen Champions-League-Gewinner HSV Hamburg.