Dass bei einem Tennis-Match zwischen Daniil Medvedev und Alexander Bublik etwas Kurioses passieren würde, war wohl allen Tennis-Fans klar.

Was aber dann tatsächlich für große Aufregung bei ihrem Match beim ATP-Turnier in Toronto für Aufregung sorgte, hatte aber keiner erwartet, da es auf diese Art auch noch nicht vorgekommen war.

Medvedev wurde letztendlich für eine Entschuldigung mit einem Punktabzug bestraft und regte sich darüber wahnsinnig auf – doch der Reihe nach.

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Medvedev ruft – Schiedsrichterin unterbricht

Der Weltranglistenzweite hatte nach verlorenem Auftaktsatz gerade das Match in seine Richtung gedreht, als es im 3. Satz beim Stand von 2:0 zu folgender Szene kam.

Der Russe erlief einen Stoppball seines Gegners Bublik und konterte so präzise, dass der für verrückte Schläge bekannte Kasache sich zu einem Tweener (Schlag durch die Beine) gezwungen sah. Dieser gelang mittelmäßig, sodass Medvedev einen recht einfachen Schmetterschlag hatte, den er aber so genau auf Bublik zielte, dass dieser beim Wegducken auf dem Boden landete.

Bublik bekam zwar reflexartig den Schläger dran und der Ball flog auch zurück auf Medvedevs Seite – da der Russe zuvor jedoch unnötig genau auf Bublik gezielt hatte, wollte er sich schnell entschuldigen und rief “Sorry”, bevor er zum finalen Smash ausholte.

Doch noch bevor Medvedev den Ball unerreichbar versenken konnte, griff Schiedsrichterin Aurelie Tourte ein und entschied auf “Hindrance”, also Behinderung des Gegners.

Medvedev: “Er lacht dich aus”

Medvedev reagierte entsetzt und wollte wissen, wieso. Die Schiedsrichterin erklärte daraufhin, dass sie “Hindrance” gerufen habe, da er während des Ballwechsels gesprochen hatte.

Das war zu viel für Medvedev, der daraufhin polterte: “Kannst du dir vorstellen, wie dumm das ist? Ich hatte den Ball zu schlagen. Du (Bublik, Anm. d. Red.) hattest keinen Ball zu schlagen. Kannst du dir vorstellen, wie dumm diese Entscheidung ist?”

Während Bublik schnaufend vor sich hinkicherte, legte Medvedev noch einen drauf und prophezeite wahrheitsgemäß, dass diese Szene “auf TennisTV laufen wird, Bro”.

Der Kasache konnte sich daraufhin nicht mehr halten und lachte lauf auf, woraufhin Medvedev erneut nachsetzte: “Er lacht dich aus. Das ist unglaublich, was du getan hast.”

Bublik versteht überhaupt nichts mehr

Bublik bewies daraufhin, dass er überhaupt nicht verstanden hatte, worum es gegangen war und fragte die Schiedsrichterin, ob sie eingegriffen hätte, weil er selbst den Ballwechsel gestört haben solle.

Die Ratlosigkeit von Bublev quittierte Australian-Open-Finalist Medvedev mit einem weiteren “das ist unglaublich”, was Bublik erneut zum Lachen brachte und von Medvedev wieder ein “er lacht dich aus” zur Folge hatte.

Medvedev fragte dann noch nach, ob der Punkt nun wiederholt werden würde, doch wieder hatte die Schiedsrichterin keine gute Nachrichten für ihn, da in so einem Fall der Punkt automatisch dem Gegner zugesprochen wird.

Die Schiedsrichterin hielt sich dabei streng an die Regeln, da es verboten ist, während eines Ballwechsels den Gegner durch Worte oder Ausrufe zu stören. Serena Williams bekam das beim US-Open-Finale 2011 zu spüren, als sie einen vermeintlichen Punktgewinn zu früh bejubelt hatte.

Debatte über Entscheidung im Netz

Da Medvedev allerdings vor seinem eigenen Schlag “Sorry” gesagt und deshalb wohl allenfalls sich aus der Konzentration gebracht hatte, streiten Tennis-Fans und Experten, ob in diesem Fall Fingerspitzengefühl wünschenswert gewesen wäre oder die Entscheidung angebracht war.

Als klare Fehlentscheidung kann es jedenfalls nicht angesehen werden – und auch Medvedev, der nach dem Match “Hindrance” laut eigener Aussage erst einmal bezüglich der genauen Übersetzung und Definition gegoogelt hatte, war nach seinem Sieg deutlich entspannter.

Der Russe sagte abschließend zu der kuriosen Szene: “Es gibt im Tennis einige Regeln, die man womöglich präzisieren sollte oder so. Denn noch einmal, es lag keine Behinderung vor. Das ist alles, was ich dazu zu sagen habe.”

Für Unterhaltung hatte dieser Moment auf jeden Fall gesorgt, auch bei den Tenniskollegen. Laut der Instagram-Story der tschechischen Spielerin Marie Bouzkova ist es sogar bereits der “Tennis-Moment des Jahres”.