Erleben wir in Kürze den finalen Akt der Seifenoper um Kylian Mbappé? Ein ehemaliger französischer Welt- und Europameister wünscht sich nichts sehnlicher, als den Abschied des Superstars von Paris Saint-Germain.
„Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass er geht“, schimpfte Christophe Dugarry bei RMC Sport. Der WM-Sieger von 1998 machte eine bedenkliche Entwicklung bei Mbappé aus: „Ich finde, er stagniert. Ich finde, dass er in seinen Zweikämpfen immer berechenbarer wird, es fehlt ihm an Kraft, an Charakter im Kampf. Ich finde, er verschwindet zu oft aus manchen Partien.“
Mbappés Vertrag bei PSG läuft im Sommer aus, seit wenigen Tagen darf er offiziell mit interessierten Vereinen verhandeln. Im Sommer 2022 hatte er sich nach einer monatelangen Hängepartie für einen Verbleib in Frankreich entschieden – und damit gegen einen Wechsel zu Real Madrid.
Mbappé: „Kleiner Junge“ statt Anführer?
Und nun nehmen die Spekulationen um Mbappés Zukunft wieder Fahrt auf. Sehr zum Ärger des ehemaligen Stürmers Dugarry: „Bis das Gegenteil bewiesen ist, ist Fußball ein Mannschaftssport.“
Mbappé sei nicht für Statistiken eingestellt worden, „sondern damit sein Verein die Champions League gewinnt. Das ist im Moment nicht der Fall.“ Mit seinem häufigen Lamentieren auf dem Platz sende der Stürmer etwas „sehr Negatives“ aus.
„Er wollte alle Macht, der Anführer der Mannschaft sein – und jetzt, wo er es ist, fühlt er sich ein bisschen wie ein kleiner Junge“, polterte Dugarry weiter: „Manchmal hat man das Gefühl, dass der Anzug zu groß ist. Wenn er will, dass seine Mannschaft angreift, sagt sein Trainer, dass er verteidigen muss. Wenn er links spielen will, stellen sie ihn als Mittelstürmer auf. Ich finde, dass er ein wenig verloren ist, man spürt keine Symbiose.“
Gerede über PSG-Superstar nervt Experten
Mbappé solle endlich eine Entscheidung treffen und diese auch mitteilen: „Ich habe es satt, mir alle sechs Monate das Gerede über seinen künftigen Verein anzuhören. Ich habe es satt und bin es leid. Das interessiert mich nicht, das interessiert mich nicht mehr.“
Dass ein ehemaliger Superstar so über Frankreichs Nationalmannschaftskapitän redet, hält der Journalist und Kolumnist Daniel Riolo derweil für ein bedenkliches Zeichen. Die Einstellung in Frankreich gegenüber Mbappé sei „in Richtung Verdruss, eine Art Liebeskummer, umschlagen. Es gibt immer mehr Leute, die eine etwas negative Einstellung ihm gegenüber haben, weil sie von seiner Unentschlossenheit genervt sind.“