Mit seinem äußerst späten Erscheinen bei der Pressekonferenz hat Magdeburg-Coach Bennet Wiegert für ordentlich Wirbel gesorgt. Der 42-Jährige verärgerte vor allem Lemgo-Trainer Florian Kehrmann, der zunächst lange auf Wiegert hatte warten müssen, dann seinen Unmut kundtat und letztlich entnervt davon rauschte.
Doch auch Handball-Ikone Stefan Kretzschmar ist schlecht auf die Aktion des Magdeburg-Coaches zu sprechen. In der aktuellen Folge des Dyn-Podcasts „Kretzsche & Schmiso“ mischte sich der 51-Jährige in den Zoff zwischen den beiden Bundesliga-Coaches ein.
„Die Grenze, die ein Trainer in der Bundesliga diese Woche überschritten hat, war für mich Bennet Wiegert, der Florian Kehrmann mehrere Minuten zur Pressekonferenz hängengelassen hat“, fand er deutliche Worte.
Kretzschmar wird deutlich: „Geht zum Beispiel nicht“
Selbst wenn es dafür möglicherweise Gründe – wie die Verletzung von Philipp Weber – gab, könne dies ein solch spätes Erscheinen nicht rechtfertigen.
„Du kannst, wenn eine Pressekonferenz angesetzt ist, den gegnerischen Trainer nicht 15 oder 20 Minuten da warten lassen. Das geht zum Beispiel nicht. Und da ist Flo auch mal ein bisschen ausgerastet, wie zu lesen war, und empfand das als sehr respektlos“, kritisierte er Wiegert scharf.
Mal drei, vier Minuten später zu sein, weil noch man noch ein Interview hat oder erst direkt zur Mannschaft sprechen möchte, sei für Kretzschmar zwar „total in Ordnung“, jedoch schob er hinterher, dass es „offensichtlich ein bisschen länger gedauert habe“, weshalb er den Ärger vor Kehrmann verstehe.
Kretzschmar kennt beide Streithähne bestens. Mit Kehrmann hat er 2004 Olympia-Silber geholt, mit Wiegert teilte er sich zu Magdeburger Zeiten jahrelang ein Zimmer.
„Bin kein Dreck auf dem Spüllappen“: Kehrmann zornig
Wiegert war nach dem 30:27-Erfolg seiner Magdeburger gegen Lemgo nicht zum vereinbarten Zeitpunkt zur Pressekonferenz erschienen. Als Kehrmann pünktlich ankam, war von Wiegert keine Spur, weshalb er noch zweimal erfolglos zwischen Kabine und PK-Raum pendelte, ohne den gegnerischen Coach anzutreffen.
„Ist er immer noch nicht da? Das geht nicht. Kein Respekt. Echt scheiße, ey. Ich komme halt dreimal hierhin. Das finde ich respektlos. Das finde ich nicht in Ordnung“, verdeutlichte er daraufhin seinen Unmut und zog erneut zornig in Richtung Kabine ab. „Ihr könnt mich ja rufen, wenn er da ist. Ich bin halt kein Dreck auf dem Spüllappen“, rief er hinterher.
Ein paar Minuten später wurde Kehrmann dann tatsächlich zur PK gerufen, die mit beiden Coaches startete. Nach seinem Statement zum Spiel rauschte er jedoch sofort wieder ab, noch bevor Wiegert seine Einschätzung zum Match abgeben konnte.