Die Geduld von Rudi Völler ist am Ende! Nach nur einem Sieg aus fünf Länderspielen seit dem Jahreswechsel will der DFB-Sportdirektor aufräumen – (noch) nicht auf dem Trainerposten, aber im Team von Hansi Flick.
Völler nach der Blutleer-Pleite gegen Kolumbien (0:2): „Es waren einige dabei, die werden wir im September nicht mehr sehen!“ Rumms!
Der 63-Jährige weiter: „Der eine oder andere ist an seine Grenzen gekommen, wo man sagt, es wird ein bisschen schwierig für die EM oder das ganz hohe Niveau. Da muss man jetzt gucken, dass man die richtigen Spieler beim nächsten Länderspiel einlädt.“ Welche Stars könnte es treffen?
SPORT1 hat sich umgehört – und nennt die Streichkandidaten.
Schlotterbeck wackelt
THILO KEHRER: Viele Fans übten schon Kritik an seiner Nominierung für diesen Lehrgang, zählte er zuletzt doch nicht einmal zum absoluten Stammpersonal bei seinem Klub West Ham United.
Gegen Ukraine und Polen lieferte er seinen Zweiflern weitere Argumente gegen eine Zukunft im Nationaltrikot. Kehrer war einer der schwächsten Akteure, strahlte weder Sicherheit beim Verteidigen noch im Spielaufbau aus.
NICO SCHLOTTERBECK: Beim BVB eigentlich gesetzter Leistungsträger, im Nationaltrikot aber immer wieder mit unnötigen Böcken, die Flick das Leben schwer machen. Seine Performance beim 3:3 gegen Ukraine? Katastrophal! Die Folge: Der Bundestrainer ließ ihn gegen Polen und Kolumbien 180 Minuten auf der Bank. Jetzt wackelt auch seine September-Nominierung!
MARIUS WOLF: Der nächste Dortmunder, der einen überforderten Eindruck hinterließ – gerade beim Duell mit Kolumbien. Wolf zahlte auf dem rechten Flügel ordentlich Lehrgeld gegen Liverpool-Star Luis Diaz und bot offensiv gar nichts an. Folgerichtig: seine Auswechslung zur Pause.
BENJAMIN HENRICHS: Wie Wolf kein Faktor auf der rechten Seite. Dazu mit großen technischen Schwächen, die auch den Verantwortlichen nicht verborgen blieben. Für RB-Verteidiger Henrichs, den Flick eigentlich schätzt, wird es eng!
DAVID RAUM: Seit seinem Wechsel zu RB Leipzig bleibt der Linksverteidiger weit hinter den Erwartungen – und hat nun erneut zum wiederholten Mal enttäuscht. Eine vorübergehende Ausbootung gilt als wahrscheinlich.
Auch Rüdiger unter Beobachtung
WEN KÖNNTE ES NOCH TREFFEN? Mindestens unter Beobachtung stehen auch namhaftere Kicker wie Antonio Rüdiger, der seinem Anspruch als Abwehrchef zuletzt in keiner Weise gerecht wurde. Fraglich auch, wie lange die Bosse um Völler noch bei den vielen inkonstanten Offensivstars zusehen wollen, die viel zu selten ihr volles Potenzial abrufen – wie etwa Leroy Sané oder Julian Brandt.
Mit Karim Adeyemi (aktuell verletzt) und Youssoufa Moukoko (bei der U21-EM) bieten sich zumindest spannende Alternativen. Klar ist: Im September soll sich vieles ändern!
Und: Dass Flick nicht mehr vor Namen zurückschreckt, hat der Verzicht auf Niklas Süle gezeigt – auch wenn der nach den Leistungen seiner Kollegen gegen Ukraine, Polen und Kolumbien sicherlich zu den wenigen Gewinnern dieses DFB-Lehrgangs zählt.