Marko Pesic, Geschäftsführer der Basketballer des FC Bayern München, schlägt aufgrund der hohen Belastung der Profis Alarm und stellt an die Entscheidungsträger des europäischen Basketballs klare Forderungen.

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung geht der 45-Jährige auf den engen Terminkalender seiner Mannschaft ein: „Ohne Pandemie wäre damit schon genug zu tun, aber in diesen Zeiten versucht man, von Tag zu Tag zu funktionieren.“

Im Kalenderjahr 2021 habe seine Mannschaft 94 Spiele bestreiten müssen, erklärte Pesic und fordert ein Umdenken der Verbandsbosse: „Wir haben den Kader erweitert – und sind dennoch am Limit“ (Die Tabelle der BBL)

Er ist der Meinung, „dass man sich über die Systematik der Wettbewerbe Gedanken machen sollte.“

„EuroLeague viel lukrativer“

Dabei will er nicht verhehlen, dass die EuroLeague „viel lukrativer“ ist als der nationale Wettbewerb. Aber: „Die BBL wird immer eine große Bedeutung für uns haben.“

Die Bayern spielen schon seit einigen Jahren in beiden Wettbewerben. In der BBL stehen pro Saison 34 Ligaspiele plus Playoffs an, in der EuroLeague sind es 30 plus Playoffs. (Die Tabelle der EuroLeague)

Angesichts dieser enormen Zahl, habe er nicht das Gefühl, dass sich der europäische Basketball in die richtige Richtung entwickle: „Ich habe in der letzten Zeit vielen Entscheidungsträgern im europäischen Basketball zugehört und nie das Gefühl gehabt, dass man an das Entscheidende denkt: an den gesamten europäischen Basketball.“

Ziel müsse es sein, „in den nächsten zwei, drei Jahren einen Wettbewerb auf die Beine zu stellen, der finanziell nachhaltig Sinn macht und den alle Beteiligten stemmen können.“

Kimmich? „Man hat ihn durchs Dorf getrieben“

Zum Thema Joshua Kimmich hat Pesic ebenfalls etwas zu sagen: „Man hat ihn wie die Sau durchs Dorf getrieben. Vielleicht hat er nicht alles richtig gemacht, aber mir war die Reaktion zu extrem. Und jetzt, da er sich für die Impfung entschieden hat, geht die andere Seite auf ihn los.“

Am meisten bewegt hat ihn jedoch das Schicksal seines Spielers Paul Zipser, der im Sommer eine plötzliche Hirnblutung erlitten hatte und sich einer Not-Operation unterziehen musste.

„Als ich die Mannschaft und den engsten Staff in der Kabine informiert habe – das war einer der schwierigsten Momente in meinem Lebens“, erinnert sich Pesic. „Ihn jetzt in seinem individuellen Training zu sehen, wie er kämpft, das macht uns alle glücklich.“