Robert Sarver, Besitzer der Phoenix Suns aus der NBA, muss sich mit schweren Vorwürfen auseinandersetzen.
Bei einer vom US-Fernsehsender ESPN durchgeführten Befragung unter 70 aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern der Franchise kam heraus, dass sich der 59-Jährige regelmäßig rassistisch und frauenfeindlich geäußert haben soll.
Die NBA hat Ermittlungen eingeleitet. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)
Mit einem Kommentar zu den Anschuldigungen hielt sich Chris Paul noch zurück. „Wir kennen die Details nicht und so lange das so ist, werden wir ganz normal weiterspielen.“
Paul: „Wir müssen darüber reden“
Der 36 Jahre alte Superstar fügte an: „Das Wichtigste ist, dass wir als Team miteinander reden müssen. Es geht nicht darum, was alle anderen sagen oder was alle anderen dir sagen, was du tun sollst. Es geht darum, wie wir uns als Team fühlen“, erklärte Superstar Chris Paul.
Offenbar hat sich das Team bereits getroffen. „Wir haben natürlich Gespräche darüber geführt. Wir konzentrieren uns aber auf den Basketball und müssen Spiele gewinnen“, meinte Devin Booker.
Er ist von den Vorwürfen sogar überrascht. „In den sieben Jahren, in denen ich hier bin, habe ich das nicht mitbekommen“, sagte der Star. Er gab jedoch zu: „Aber das macht mich nicht unsensibel für das Thema.“
Bei Trainer Monty Williams hat die Nachricht über die Verfehlungen des Besitzers bereits Spuren hinterlassen.
„Wenn irgendetwas davon passiert wäre, während ich hier war, würde ich nicht mehr auf diesem Platz sitzen“, sagte der Coach.
Er meinte außerdem: „Ich nehme all diese Dinge sehr ernst. Es erfordert als Betroffener Mut, sich zu äußern. Aber gleichzeitig bin ich mir bewusst, dass es zwei Seiten gibt.“
„Level in Sachen Frauenfeindlichkeit und Rassismus inakzeptabel“
Bereits im vergangenen Monat hatte es Berichte zur angeblich „toxischen Arbeitsatmosphäre“ beim Klub gegeben.
Sarver bezeichnete die Gerüchte als „Lügen“ und „Falschaussagen“. Es gehe darum, „unsere Organisation anzugreifen“.
„Das Level in Sachen Frauenfeindlichkeit und Rassismus war völlig inakzeptabel“, zitierte ESPN einen nicht namentlich genannten Mitbesitzer der Suns. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NBA)
Dagegen verteidigten General Manager James Jones und Teampräsident Jason Rowley den Haupteigentümer. „Er ist kein Rassist und kein Sexist“, sagte Rowley.
NBA-Sprecher: Anwaltskanzlei mit Untersuchung betraut
NBA-Sprecher Mike Bass teilte am Donnerstag mit, dass die Anwaltskanzlei Wachtell Lipton mit der Untersuchung betraut wurde. (DATEN: Alle Tabellen der NBA)
2014 war Donald Sterling, damaliger Besitzer der Los Angeles Clippers, nach rassistischen Aussagen mit einer Geldstrafe von 2,5 Millionen Dollar belegt und von der NBA lebenslang gesperrt worden.
Er verkaufte das Team.
Sarver erwarb die Suns 2004 für 401 Millionen Dollar. Die Franchise ist heute geschätzt 1,55 Milliarden Dollar wert.
In der vergangenen Saison war Phoenix im Finale an den Milwaukee Bucks gescheitert.