Sané: Pfiffe geben mir Extra-Push

von SPORT1
Sané: Pfiffe geben mir Extra-Push

Sané: Pfiffe geben mir Extra-Push

Spätestens seit dieser Spielzeit ist Leroy Sané beim FC Bayern voll angekommen. Nach einem bitteren EM-Sommer zeigt sich der Angreifer bei den Münchnern in Top-Form - und mit ganz neuen Qualitäten.

Es war ein gebrauchter Abend für Leroy Sané am 29. Juni des vergangenen Jahres.

Die Nationalmannschaft verpasste nach einem enttäuschenden 0:2 gegen England im Wembley den Einzug in das Viertelfinale der Europameisterschaft und der Ex-City-Star musste 87. Minuten lang zusehen, wie seine ehemaligen Teamkameraden um Kyle Walker, Raheem Sterling & Co. den Sieg davon trugen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Zuvor war der 26-Jährige im letzten Gruppenspiel gegen Ungarn noch die komplette Spielzeit auf dem Platz gestanden – und beim 2:2 der DFB-Elf von den eigenen Fans ausgepfiffen worden. Eine Erfahrung, die nicht spurlos am Nationalspieler vorbeiging, wie er nun dem Kicker verriet.

„Natürlich lässt einen das nicht kalt. Ich versuche nur, es nicht zu sehr an mich heranzulassen, weil ich weiß, was ich kann“, erklärte Leroy Sané im Gespräch mit dem Magazin.

Sané zeigt Verständnis für Pfiffe der Fans

Gleichzeitig äußerte der Profi des FC Bayern sein Verständnis für den Unmut der Fans, mit dem jeder Sportler im Profigeschäft umgehen müsse: „Sie erwarten Leistung. Wenn die nicht stimmt, sind sie sauer, das ist klar. Man muss solche Kritik immer für sich einordnen können.“

Leroy Sané und sein rätselhafter Auftritt gegen Ungarn
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Dabei zeigte Leroy Sané ausgerechnet beim Unentschieden ungewohnte Defensiv-Qualitäten, die in dieser Saison auch beim Rekordmeister zum Tragen kommen.

Denn auch unter Julian Nagelsmann gilt, was bei vielen Spitzenklubs Usus geworden ist: Der Angriff ist die erste Verteidigungslinie. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Auch bei den Bayern hatten die Fans vor Sanés Formanstieg gepfiffen, wenn die Leistung noch nicht stimmte. Doch der Nationalspieler ließ sich nicht von seinem Weg abringen: „Ich bin fit und fühle mich gut, deshalb habe ich mich nicht beirren lassen. Ich glaube an mich und lasse mich nicht einschüchtern. Auswärts wird man auch oft ausgepfiffen, mir persönlich gibt das einen Extra-Push.“

Sané betont die Bedeutung der Defensivarbeit

„Von uns Offensivspielern wird erwartet, dass wir auch gegen den Ball arbeiten. Das macht es für den Gegner schwieriger“, ließ der gebürtige Essener wissen und betonte die Bedeutung dieser Defensivarbeit für die gesamte Mannschaft: „Inzwischen ist das auch im internationalen Fußball so üblich. Als Mannschaft kann man nur erfolgreich sein, wenn alle helfen.“

Auch für ihn selbst sei die Arbeit gegen den Ball ein Vorteil: „Ich selbst bleibe dadurch dauerhaft im Rhythmus und sammle gleichzeitig Selbstvertrauen, wenn ich defensiv einen Zweikampf gewinne.“

Dabei hat der ehemalige Schalker alles andere als das Image eines Abwehr-Kämpfers, das man für diese Art des Fußballs erwarten würde. Gerade einmal 23 gelbe Karten sammelte Sané bislang in seinen 264 Pflichtspielen als Profi für Schalke 04, Manchester City und Bayern München.

Sané bisher noch nicht als Malocher in Erscheinung getreten

Ein Wert, der zum Charakter des Angreifers passt, der trotz seines auffälligen Kleidungsstils privat gerne auf den vermeintlichen Glamour, den ihn Oliver Kahn einst bei seiner Verpflichtung zuschrieb, verzichtet.

„Viel Bling-Bling trage ich nicht“, verriet Sané und zeigte sich von dem Druck der Öffentlichkeit unbeeindruckt: „Die Leute, die von draußen schauen, beurteilen alles, was man macht, und packen einen in eine Schublade. Aber ich achte nicht darauf, dass ich immer gut aussehe. Das ist mir komplett egal. Für mich zählt, was auf dem Platz passiert.“

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Dort sehen ihn die Fans ohnehin am Liebsten, zumindest wenn man es mit dem Rekordmeister oder der deutschen Nationalmannschaft hält. So oder so, der Angreifer bleibt ein Aushängeschild der Bundesliga – mit, oder ohne Glamour.

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