Während Ski-Star Giovanni Franzoni sich emotional über seinen spektakulären Erfolg auf der Streif freute, erlebte ein Teamkollege ein kleines Drama. Die Rede ist vom Italiener Florian Schieder, der bis zur Startnummer 28 den dritten Platz hinter Franzoni und Marco Odermatt belegte.

Der Podestplatz schien fix zu sein, doch dann schickte sich Maxence Muzaton mit der Nummer 29 an, den Lauf seines Lebens nach unten zu bringen. Der 35 Jahre alte Franzose nahm sein Herz in die Hand und führte zwischenzeitlich mit mehr als einer halben Sekunde Vorsprung.

Maxence Muzaton sorgt in Kitzbühel für eine Sensation
Maxence Muzaton sorgt in Kitzbühel für eine SensationMaxence Muzaton sorgt in Kitzbühel für eine Sensation

Muzaton überrascht mit irrer Fahrt

„Er jagt hier mit einem unfassbaren Speed der Bestzeit hinterher. Franzoni zieht sich die Jacke aus“, erhob auch ARD-Kommentator Bernd Schmelzer seine Stimme angesichts der grandiosen Darbietung des Underdogs.

„Das ist keine Überraschung, das ist eine Sensation. Was ist das denn hier”, zeigte er sich völlig verblüfft.

Als im Ziel Platz drei aufleuchtete, kannte die Freude bei Muzaton keine Grenzen mehr. „Ein Sarrazin´scher Ausbruch“, kommentierte Schmelzer den lauten Jubelschrei des Überraschungsdritten in Anlehnung an den noch verletzten Teamkollegen.

Auch in der französischen Presse wurde Muzaton für seinen Husarenritt gefeiert.

„Das französische Alpin-Team erlebte auf der mythischen Abfahrt von Kitzbühel eine majestätische Leistung“, feierte die Ouest France. „Eine verdammt gute und schöne Überraschung“, schrieb sports.fr.

Ski-Sensation: Muzaton verrät Erfolgsgeheimnis

Muzaton hatte bereits nach der Abfahrt in Wengen angekündigt, dass er in Kitzbühel ordentlich etwas vorhat.

„Ich gebe mir vor jedem Rennen immer zwei oder drei Schlüsselwörter, um mich mental darauf einzustellen, und bei einem Rennen wie in Kitzbühel versetze ich mich in die Stimmung eines Kriegers, weil man die Piste angreifen muss“, so der französische Abfahrer.

Für Muzaton war es der erste Podiumsplatz in einer Abfahrt überhaupt. Der Routinier fährt zwar schon seit 13 Jahren im Weltcup, konnte bislang aber lediglich einen Podiumsrang in der Kombination erzielen.

Wie die französische Quelle franceinfo.fr schreibt, könnte Muzaton durch das Resultat auch noch auf den Zug zu den Olympischen Winterspielen aufspringen.