Der Aufstieg von Said El Mala geht ungebremst weiter. Das 19 Jahre junge Juwel des 1. FC Köln wurde unter der Woche erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der Dribbelkünstler reagierte dabei zunächst gar nicht auf den Anruf des Bundestrainers.
„Ich war tatsächlich zu Hause. Ich gehe aber nicht gerne an unbekannte Nummern ran. Dann hat er mich kontaktiert und geschrieben: ,Hi, Julian Nagelsmann hier. Ich bitte um einen Rückruf.‘ Dann habe ich es direkt meinem Bruder gezeigt und wusste schon, da bin ich wohl dabei“, sagte der Teenager bei Sky vor dem Derby bei Borussia Mönchengladbach am Samstagabend.
Im Prestigeduell am Niederrhein darf El Mala von Beginn an ran. „Das kann man gar nicht alles schlucken für eine Woche. Da braucht man etwas länger für. Ich habe unnormal Bock auf das Spiel und was danach kommt, kann man dann genießen“, sagte der Offensivmann.
Die Nominierung für den DFB hatte in den vergangenen Tagen auch Kritik hervorgerufen, unter anderem Didi Hamann teilte sein Unverständnis.
Matthäus mit Plädoyer für El Mala
In der laufenden Spielzeit zeigte sich das Talent mit vier Treffern und zwei Assists bereits erfolgreich und machte so Lothar Matthäus zu seinem Fan.
Der Rekord-Nationalspieler verteidigte Nagelsmanns Entscheidung, El Mala für die A-Nationalmannschaft zu nominieren, bei Sky deutlich. „Man kann nicht zu früh nominiert werden oder aufsteigen. Er hat Leistung gebracht“, stellte die Legende klar.
Matthäus fügte an: „Julian Nagelsmann hat mich schon ein bisschen überrascht, weil er noch vor ein paar Wochen gesagt hat, ein Spieler braucht Einsatzzeiten – auch wenn es nicht auf El Mala bezogen war. Wenn er auf den Platz war, hat er performt.“
Matthäus hielt danach ein Plädoyer für den Teenager, der bisher in 9,5 Dribblings pro Partie geht und damit weit an der Bundesliga-Spitze steht.
„Er bringt vielleicht etwas mit, was der Nationalmannschaft fehlt. Es ist auch das Recht des Trainers, ihn mal kennenzulernen im Training und in Gesprächen um zu sehen, wie er sich verhält. Ich glaube schon, dass er es verdient hat in seinen knapp 400 Bundesliga-Minuten“, sagte Matthäus.
Er schloss ab: „Ich freue mich auf ihn. Er hat mit seiner Geschwindigkeit, dem Dribbling, den Abschlüssen etwas, was ich bei der Nationalmannschaft in den letzten Spielen vermisst habe.“