Die Darts-WM 2021 geht in die heiße Turnierphase!

Mit dem Viertelfinale am Neujahrstag kämpfen noch acht Spieler um den Weltmeistertitel. (Spielplan und Ergebnisse der Darts-WM 2021)

Mit Gabriel Clemens hatte der letzte verbliebene Deutsche im Achtelfinale in denkbar dramatischer Manier die Segel streichen müssen.

Darts-WM von 15. Dezember bis 3. Januar LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und LIVETICKER

Verblieben sind acht Top-Spieler, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch wer hat die besten Chancen?

SPORT1 macht den Favoritencheck.

8. STEPHEN BUNTING

„Ich spiele besser als je zuvor. ‚The Bullet‘ ist zurück“, sagte der Weltranglisten-26. nach seinem Drittrundensieg gegen James Wade bei Sky.

Nur Dirk van Duijvenbode ist von den verbliebenen Spielern schlechter platziert als der Engländer, der an die fiktive Figur Peter Griffin von Family Guy erinnert. Bunting spielt im Turnier bisher einen Drei-Dart-Average von 94,73 – solide, mehr nicht.

Doch Achtung: Der 35-Jährige lässt sich nie aus der Ruhe bringen.

Was für ein Krimi: Stephen Bunting beweist bei der Darts-WM gegen Andy Boulton Nerven aus Drahtseilen- und packt im entscheidenden Leg einen 11-Darter aus.

Was für ein Krimi: Stephen Bunting beweist bei der Darts-WM gegen Andy Boulton Nerven aus Drahtseilen- und packt im entscheidenden Leg einen 11-Darter aus.

Im Zweitrundenmatch gegen Andy Boulton (3:2) brillierte er im Entscheidungsleg mit einem 11-Darter, gegen James Wade triumphierte er trotz 0:2-Satzrückstand und Wades Neun-Darter. Und im Achtelfinale verspielte Bunting gegen Ryan Searle zwar eine eigene 2:0-Satzführung, um im siebten Satz dann bei 0:2 nach Legs noch zurückzuschlagen.

Dennoch: Gegen Clemens-Bezwinger Krzystof Ratajski winkt zwar das Halbfinale, leicht wird es aber nicht.

Unglaublich! James "009" Wade schreibt im Match gegen Stephen Bunting Geschichte. Es ist der erste 9-Darter bei der Darts-WM seit 2016.

Unglaublich! James "009" Wade schreibt im Match gegen Stephen Bunting Geschichte. Es ist der erste 9-Darter bei der Darts-WM seit 2016.

7. DARYL GURNEY

Der Nordire rutschte nach einer schwierigen Saison in der Weltrangliste ab, ist aber immerhin noch die Nummer elf. Bei der WM ist das Viertelfinale sein bisher größter Erfolg, auch 2017 erreichte Gurney die Runde der letzten Acht.

Das Match gegen Daryl Gurney hatte William O'Connor eigentlich schon aufgegeben und seine Pfeile weggesteckt, doch dann folgt eine unglaubliche Aufholjagd.

Das Match gegen Daryl Gurney hatte William O'Connor eigentlich schon aufgegeben und seine Pfeile weggesteckt, doch dann folgt eine unglaubliche Aufholjagd.

Nach einem überzeugenden 4:1 gegen Chris Dobey in Runde drei (Average: 101,39) gewann der Halbfinalist der Premier League Darts 2019 im diesjährigen Achtelfinale gegen Vincent van der Voort trotz schwächerer Werte beim Average und der Doppelquote, verpasste aber nur hauchdünn einen Neun-Darter.

Nach einer „schrecklichen Leistung“ (O-Ton Gurney) muss Super Chin gegen Gerwyn Price ein anderes Gesicht zeigen, um seinen vor der WM geäußerten Titeltraum am Leben zu erhalten.

6. KRZYSZTOF RATAJSKI

Der Pole beendete im Achtelfinale das WM-Märchen von Gabriel Clemens – wenngleich er dabei fast verzweifelte.

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Satte zehn Matchdarts vergab Ratajski, ehe Nummer elf auf der Doppel-1 landete. Der 43-Jährige gehört seit Jahren zur erweiterten Weltspitze, große Turniersiege sind trotz sechs PDC-Titeln bislang aber Fehlanzeige.

Bitterer kann man kaum aus der WM ausscheiden. Gabriel Clemens vergibt im Decider Leg sieben Matchdarts und verpasst auf dramatische Art und Weise das Viertelfinale.

Bitterer kann man kaum aus der WM ausscheiden. Gabriel Clemens vergibt im Decider Leg sieben Matchdarts und verpasst auf dramatische Art und Weise das Viertelfinale.

„Hohe Scores, viele Triple, gute Finish-Kombinationen – all das zeichnet ihn aus“, sagte SPORT1-Experte Robert Marijanovic vor dem Turnier über den Geheimfavoriten. Seine Vorhersage scheint sich zu bewahrheiten: „Bei ihm ist die große Frage, ob er im Kopf reif für den Titel ist und es schafft, seine Form über 14 Tage zu halten. Schafft er das, gibt es wenige die ihn schlagen können.“

Die Darts-WM verlangt nicht nur den Fans vor dem Fernseher alles ab. Auch Kommentator Basti Schwele ist beim Drama um Gabriel Clemens nicht nur mit der Stimme voll dabei.

Die Darts-WM verlangt nicht nur den Fans vor dem Fernseher alles ab. Auch Kommentator Basti Schwele ist beim Drama um Gabriel Clemens nicht nur mit der Stimme voll dabei.

Ratajski ist auch gegen Bunting Favorit – behält die Nummer 15 der Weltrangliste die Nerven?

5. DAVE CHISNALL

Den Mitfavoriten entzaubert, den Top-Favoriten vor der Brust: Wird Dave Chisnall zum Schrecken der Darts-Größen?

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Der Engländer bezwang den hoch gehandelten Dimitri van den Bergh im Achtelfinale nach einer beeindruckenden Leistung mit 4:2. Ein Average von 101,76, eine Checkout-Quote von 50 Prozent inklusive eines 144er Finish im ersten Satz – Zahlen, die auch Viertelfinal-Gegner Michael van Gerwen nicht kalt lassen würden.

Die Partie zwischen Dave Chisnall und Dimitri Van den Bergh ist auf aller höchstem Niveau. Zwischenzeitlich steuern beide sogar einen Average-Rekord an.

Die Partie zwischen Dave Chisnall und Dimitri Van den Bergh ist auf aller höchstem Niveau. Zwischenzeitlich steuern beide sogar einen Average-Rekord an.

„Ich muss nur ein paar schlampige Darts ausbügeln, aber ich weiß, dass ich ihn schlagen kann“, kündigte Chizzy an: „Es wird ein schnelles, spannendes Spiel werden und ich freue mich darauf.“

Seine bisherige Bilanz gegen den Niederländer ist allerdings desaströs. Von 36 Zeilen gewann Chisnall kein einziges und verlor 34.

4. GARY ANDERSON

„Was ein Trottel!“, „Absolut entsetzlich!“ – bei dieser WM war der „Flying Scotsman“ bislang vor allem als motzender Schotte unterwegs.

Gary Anderson wütet nach seinem Match gegen Mensur Suljovic über dessen Verhalten. Ein TV-Experte springt Suljovic zur Seite - was Anderson zur Weißglut bringt.

Gary Anderson wütet nach seinem Match gegen Mensur Suljovic über dessen Verhalten. Ein TV-Experte springt Suljovic zur Seite – was Anderson zur Weißglut bringt.

Erst ätzte er gegen Mensur Suljovic, der ihn in der 3. Runde durch vermeintlich langsames Spiel und psychische Trickserei unsportlich attackierte habe, dann gegen Ex-Profi und TV-Experte Wayne Mardle.

Bereits der WM-Start war für den Weltmeister von 2016 und 2017 von unschönen Begleiterscheinungen gestört: Der 49-Jährige hatte sich in Quarantäne begeben müssen, nachdem er Kontakt zu einer positiv auf Corona getesteten Person gehabt hatte, woraufhin sein Auftaktmatch um drei Tage verschoben worden war.

Gary Anderson gibt sich im Achtelfinale gegen Devon Petersen keine Blöße. Der Schotte glänzt mit einer Checkout-Quote von über 50 Prozent und siegt mit 4:0.

Gary Anderson gibt sich im Achtelfinale gegen Devon Petersen keine Blöße. Der Schotte glänzt mit einer Checkout-Quote von über 50 Prozent und siegt mit 4:0.

Womöglich auch aufgrund dieser Nebenkriegsschauplätze lässt Anderson sein ganzes Können bislang nur aufblitzen. Drei-Dart-Averages von 96,86, 92,49 und 94,97 sind solide, mehr nicht.

Doch gerade im Achtelfinale und nach dem vorangegangenen Ärger spielte der Schotte zeitweise stark auf und verpasst Gegner Devon Petersen einen astreinen Whitewash!

Mit all seiner Erfahrung und Klasse zählt Anderson auch dieses Jahr zu den Top-Titelanwärtern – doch schon im Viertelfinale wartet eine harte Nuss in einem wahren Duell der Generationen …

FC-Bayern-Spieler Jann-Fiete Arp verfolgt die Darts-WM intensiv und spricht über das dramatische Match von Gabriel Clemens und warum er Gary Anderson die Daumen drückt.

FC-Bayern-Spieler Jann-Fiete Arp verfolgt die Darts-WM intensiv und spricht über das dramatische Match von Gabriel Clemens und warum er Gary Anderson die Daumen drückt.

3. DIRK VAN DUIJVENBODE

„Er bringt eine neue Farbe rein“, schwärmte PDC-Europe-Boss Werner von Moltke bei SPORT1, als sich „Aubergenius“ im 4:3-Krimi gegen Glen Durrant durchsetzte. Dirk van Duijvenbode ist der letzte im Turnier verbliebene ungesetzt Spieler – und fällt nicht nur durch seinen spektakulären Walk-on zu hartem Elektro („Glimpse of the Future“ von DJ Typhoon) auf, sondern auch durch starke Leistungen am Oche.

In Runde zwei schaltete der Sensationsfinalist des World Grand Prix 2020 niemand Geringeres als Rob Cross aus, beim Whitewash gegen Adam Hunt brillierte er mit einem 104er-Average und einer Checkout-Quote von 52 Prozent – und gegen Durrant ließ er sich auch von einem 0:2-Satz-Rückstand nicht verunsichern.

Dirk van Duijvenbode zeigt sich nach dem Sieg gegen Glen Durrant bei bester Laune und erklärt die Wichtigkeit seines 170er-Finishes.

Dirk van Duijvenbode zeigt sich nach dem Sieg gegen Glen Durrant bei bester Laune und erklärt die Wichtigkeit seines 170er-Finishes.

Dabei wirkt der einzige Spieler dieser WM, dem bislang zwei Mal das 170er-Highfinish gelang, stets unruhig, fast schon hibbelig. Aber eben diese energetische Art auf der Bühne machen ihn zu einem besonderen Spieler, zu einem besonders unberechenbaren – und zu einem besonders ehrgeizigen und kämpferischen.

Eine Art, die nicht nur Viertelfinal-Gegner Anderson vor große Probleme stellen könnte.

Der Niederländer Dirk van Duijvenbode ist nach seinem Sieg gegen Adam Hunt bei bester Laune und lässt den ein oder anderen "schweinischen" Witz fallen.

Der Niederländer Dirk van Duijvenbode ist nach seinem Sieg gegen Adam Hunt bei bester Laune und lässt den ein oder anderen "schweinischen" Witz fallen.

2. GERWYN PRICE

Sieg bei der World Series of Darts, Triumph beim World Grand Prix, Gewinn des World Cup of Darts – und nun der Weltmeistertitel? Gerwyn Price kann ein herausragendes Darts-Jahr krönen.

„Er ist unglaublich gut und konstant geworden“, sagte SPORT1-Experte Marijanovic vor dem Turnier über Price: „Wenn er gut in das Match reinfindet, hat man das Gefühl, dass er vom Anfang bis ans Ende rockt.“ So geschehen im Achtelfinale: Gegen Mervyn King, den Bezwinger von Max Hopp, siegte Price mit einer Machtdemonstration mit 4:1. Nach dem zähen Turnierstart ist der „Iceman“ voll in der WM angekommen – und bereit für den ganz großen Wurf?

Sein bisher bestes WM-Ergebnis war die Halbfinalteilnahme im Vorjahr. Seither hat der Waliser an sich gearbeitet, seine manchmal überschäumenden Emotionen in den Griff bekommen und das Image als „Bad Boy“ stückweise abgelegt – und mit Checkout-Quoten wie zuletzt jenseits der 50 Prozent geht der Titel nur über ihn.

Nicht lange nachdenken, sofort für eine Variante entscheiden: Gerwyn Price in der Darts-Schnellfragerunde. Die Darts-WM ab dem 15. Dezember auf SPORT1.

Nicht lange nachdenken, sofort für eine Variante entscheiden: Gerwyn Price in der Darts-Schnellfragerunde. Die Darts-WM ab dem 15. Dezember auf SPORT1.

1. MICHAEL VAN GERWEN

Der Dominator ist zurück! Michael van Gerwen hat nach einem schwierigen Jahr mit dem einen oder anderen überraschen frühen Turnier-Aus bewiesen, dass er seine alte Klasse wiedererlangt hat.

Michael van Gerwen muss gegen Joe Cullen bis zur letzten Sekunde zittern. Sein Kontrahent vergibt sogar zwei Matchdarts auf das Bullseye.

Michael van Gerwen muss gegen Joe Cullen bis zur letzten Sekunde zittern. Sein Kontrahent vergibt sogar zwei Matchdarts auf das Bullseye.

In all seinen drei Matches bei dieser WM legte MvG einen Average über 100 auf und warf sich im Eiltempo ins Achtelfinale – wo er das Match des Turniers und einen Krimi der Extraklasse überstand: Die Partie gegen Joe Cullen gilt jetzt schon als WM-Klassiker. Das 4:3 verlangte van Gerwen alles, aber auch alles ab – und er lieferte unter höchstem Druck ab!

Michael van Gerwen ist nach dem hart umkämpften Sieg gegen Joe Cullen sichtlich erleichtert und zeigt sich im Siegerinterview emotional.

Michael van Gerwen ist nach dem hart umkämpften Sieg gegen Joe Cullen sichtlich erleichtert und zeigt sich im Siegerinterview emotional.

Der Weltranglistenerste ist wieder die angsteinflößende, schier unschlagbare Darts-Maschine, die er über Jahre war – und greift nach seinem vierten WM-Titel.