Von Reinhard Franke
München – Die Sportfreude Stiller singen in ihrem Song „54, 74, 90, 2006“ zur Weltmeisterschaft 2006 schon davon.
„Wir haben Träume und Visionen und in der Hinterhand einen Masterplan“, wird da geträllert.
Dies alles hat vor dem Beginn der nächsten Saison auch Dietmar Beiersdorfer, der neue Vorstandsboss des Hamburger SV (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan).
Für die Umsetzung seiner Pläne räumt der 50-Jährige bei den Hanseaten auf – und es gibt das erste prominente Opfer. Nur wenige Tage nach seinem offiziellen Amtsantritt beurlaubte Beiersdorfer am Montag Sportdirektor Oliver Kreuzer (News).
Damit dürfte er Investor Klaus-Michael Kühne einen Herzenswunsch erfüllt haben. Dieser wollte den Ex-Sportchef schon vor Monaten nicht mehr beim HSV haben.
Kreuzer war erst im Juni 2013 in den Verein gekommen, ausgestattet mit einem Dreijahresvertrag. Doch für die neue Identität und die zukünftigen Visionen des HSV war Kreuzer in den Augen Beiersdorfers offenbar der falsche Mann.
Für die Zukunftspläne gibt es ein neues Gesicht: Der frühere Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters wird „Direktor Sport“ bei den Hamburgern.
„Sein Name ist eng verbunden mit der uns allen so wichtigen Nachwuchsarbeit. Er hat sie in den vergangenen Jahren mit Kreativität, Konzepten und Leidenschaft zu einem Aushängeschild gemacht. Dafür gebührt ihm unser Respekt und großer Dank.“
Bei der TSG habe Peters „belastbare Strukturen geschaffen“, sagte 1899-Manager Alexander Rosen, „und ein herausragendes, eingespieltes Team aufgebaut.“
Daher könne er „nun in Ruhe einen Nachfolger suchen.“
Auch über den Kraichgau hinaus hat sich Peters in den vergangenen Jahren in der Branche einen exzellenten Ruf erarbeitet.
Schon Jürgen Klinsmann wollte ihn 2006 zum DFB holen, doch man entschied sich schließlich für Matthias Sammer – gegen Klinsmanns Willen. Peters‘ gute Arbeit bei 1899 beinhaltet zwei deutsche Meistertitel mit der U 17 und zuletzt mit der U 19.
Der Entschluss, dieses „perfekte Umfeld“ zu verlassen, sei ihm sehr schwer gefallen, sagte Peters jetzt, dem aber gerade die Gewissheit, „dass hier etwas entstanden ist, dessen Fortbestand nicht an das Wirken einzelner Personen gebunden ist“, die Entscheidung leicht gemacht habe.
Ob Peters den nötigen Masterplan in der Hinterhand hat, um solche Strukturen auch beim HSV zu schaffen, wird sich in den kommenden Monaten und Jahren zeigen.