Dortmund – Der Neun-Sekunden-Schlaf kostete Borussia Dortmund die ersten Bundesliga-Punkte und brachte Jürgen Klopp ins Grübeln.

Mit einem ungläubigen Lächeln und Kopfschütteln registrierte der Trainer des Vizemeisters am Spielfeldrand jene Szene, als Bayer Leverkusen mit dem schnellsten Bundesliga-Tor der Geschichte durch Karim Bellarabi den Grundstein zur 0:2 (0:1)-Heimpleite des BVB legte.

„Wenn man so ins Spiel startet, das tut schon richtig weh“, sagte Klopp.

Keine Erklärung für Blackout

Eine Erklärung für den Blackout seiner Mannschaft fand er zwar nicht.

Seine Versager nahm er jedoch spontan aus der Schusslinie: „Wir waren nicht wach. Den Schuh zieh ich mir an, denn für die Einstellung bin ich zuständig. Der Start war so schlecht, denn können die Jungs nicht allein verbockt haben.“

BVB-Profis von Bayer geschockt

Auch die BVB-Profis zeigten sich geschockt.

„So wie Leverkusen begonnen hat, wollten eigentlich wir spielen“, meinte der Weltmeister und ehemalige Freiburger Matthias Ginter nach dem Liga-Debüt für den BVB.

Doch die Borussen verloren nach dem schnellen Gegentreffer ihre Linie, fanden kein Rezept gegen das aggressive Gegenpressing der Leverkusener.

Zehn Tage nach dem 2:0-Supercupsieg gegen den FC Bayern München wirkte der BVB phasenweise rat- und ideenlos, kam erst nach rund 20 Minuten ins Spiel, ohne jedoch große Torchancen kreieren zu können.

Bayer hatte an diesem Nachmittag stets die bessere Antwort parat. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Verletzte keine Ausrede

„Leverkusen hat seinen Plan durchgezogen, wir lange Zeit nicht“, so Klopp.

Das Spiel habe sich wegen des frühen Tores seltsam entwickelt, „wir waren nicht präsent“.

Dass die Borussen ohne acht angeschlagene Spieler auflaufen musste, wollte Routinier Sebastian Kehl nicht als Ausrede gelten lassen.

Die Weltmeister Roman Weidenfeller und Mats Hummels erschienen nur zur Ehrung vor dem Anpfiff auf den Stadionrasen.

Zudem fehlten die verletzten Adrian Ramos, Nuri Sahin, Marcel Schmelzer und Oliver Kirch. Jakub Blaszczykowski und auch Ilkay Gündogan befinden sich noch im Aufbautraining.

Klopp bei Immobile „völlig entspannt“

Erst in der zweiten Halbzeit lief es besser für den BVB, der sich vehement gegen die Niederlage stemmte und Bayer unter Druck setzte.

„Wir wurden gefährlich, als wir Fußball gespielt haben“, sagte Klopp.

Nach der Halbzeitpause konnten sich somit auch Marco Reus und Ciro Immobile besser in Szene setzen.

Der Italiener und Nachfolger von Robert Lewandowski bemühte sich nach Kräften, deutete seine Qualitäten an, blieb aber glücklos.

„Wir haben nicht so gespielt, dass ein Stürmer massenhaft Chancen abgreifen konnten“, erklärte der BVB-Coach und nahm Immobile in Schutz.

Die Vorstellung des 19,4 Millionen Euro teuren Neuzugangs fand er „in Ordnung“.

Und dass er in einem Jahr mehr Bindung zum Spiel habe als heute, sei auch klar, ergänzte Klopp und betonte: „Wir sind bei ihm völlig entspannt.“

Marco Reus braucht noch Zeit

Auch Nationalspieler Reus werde noch einige Spiele benötigen, um alte Stärke auf den Platz zu bringen.

Dazu Klopp: „Wir müssen den Jungs helfen, dass sie wieder in die Spur kommen. Die Bereitschaft ist da, auch der Wille. Auf dem Weg dahin müssen wir Ergebnisse holen.“

Am besten schon am kommenden Freitag beim FC Augsburg.