Der erste Weltmeister konnte es nicht mehr abwarten und ist bereits im Trainingslager von Borussia Dortmund eingetroffen.

Drei Tage früher als vereinbart stieß Neuzugang Matthias Ginter von SC Freiburg im schweizerischen Bad Ragaz zu seinen neuen Teamkollegen. „Und er hat bereits einmal mit der Mannschaft – gegessen“, flachste ein gut gelaunter Trainer Jürgen Klopp anlässlich einer Pressekonferenz am Freitag.

Ginter sei voller Vorfreude auf seinen neuen Verein, er habe die fußballlose Zeit nach der WM „eher abgesessen“, mutmaßte Klopp. Wie alle WM-Fahrer hatte auch Ginter Hausaufgaben für den Urlaub mitbekommen.

„Folglich müsste sein Zustand ein guter sein“, so der BVB-Coach, den der 20-Jährige mit seiner Motivation sowie Begeisterung für seinen neuen Arbeitgeber sichtlich beeindruckte.

Sorgen um Sahin

Der Zehn-Millionen-Einkauf sorgte für die gute Nachricht des Tages. Sorgen bereitet indes Nuri Sahin, der das Training wegen einer Sehnenreizung an der Knieaußenseite abbrechen musste und etwa drei Wochen ausfallen wird.

Beim Testspiel in Altach gegen Chievo Verona (ab 18.25  LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) musste Henrikh Mkhitaryan mit muskulären Problemen pausieren. Aber das sei angesichts des intensiven Programms normal, so Klopp unaufgeregt.

Mit der holprigen Vorbereitung, bedingt durch den Urlaub der WM-Fahrer sowie zahlreiche Rekonvaleszenten wie Neven Subotic, Jakub Blaszczykowski, Marco Reus oder Ilkay Gündogan hat sich Klopp abgefunden.

„Wir wollen mit Ruhe und Geduld die Dinge einschätzen, die auf uns zukommen. Wir wollen im ersten Pflichtspiel ein maximal unangenehmer Gegner sein, egal in welcher Aufstellung“, erklärte Klopp.

Weltmeister kehren zurück

Am Montag stoßen auch die Weltmeister Kevin Großkreutz und Erik Durm zur Mannschaft. In welcher Verfassung?

„Wir werden sehen. Aber nach drei Wochen, wovon nur zehn Tage komplett Pause waren, müssen wir den Körper nicht aus dem Keller holen. Das wäre bei sieben Wochen anders“, erklärte Klopp. Mit Prognosen hielt er sich dennoch zurück.

Nutzen wolle er angesichts der holprigen Vorbereitung die Begeisterung der Neuen wie zum Beispiel des 19,4 Millionen Euro teuren Torjägers Ciro Immobile, des Ex-Berliners Adrian Ramos und Dong-Won Ji (Augsburg).

Mit welcher Startformation oder taktischen Aufstellung der BVB am 23. August gegen Bayer Leverkusen startet, ist für Klopp noch kein Gedanke.

Ärger um Länderspielpause

Bei der Frage nach der Länderspielpause nach nur zwei Bundesliga-Spieltagen biss sich Klopp auf die Zunge. „Kaum sind die Nationalspieler da, sind sie auch schon wieder weg. Ich habe mich schon so oft darüber aufgeregt. Ich habe Besseres zu tun“, klagte Klopp.

Unter anderem einen neuen Mannschaftskapitän für den zurückgetretenen Routinier Sebastian Kehl suchen.

„Er hat das hervorragend gemacht. Ich kann seine Entscheidung nachvollziehen und halte sie für richtig, habe sie aber nicht beeinflusst. Er hat die Entscheidung selbst getroffen“, so Klopp.

Geheimnis um Kehl-Nachfolge

Das Amt des Spielführers sei eine wichtige Rolle, er selbst wisse auch schon, wer Kehls Nachfolger wird.

Verraten wollte Klopp dann aber nur soviel: „Der Tag der Verkündung wird noch ein bisschen auf sich warten lassen.“