Die Europameisterschaft 2016 in Schweden (4. bis 18. Dezember im Livestream, Highlights im Free-TV auf SPORT1) ist für die deutsche Frauen-Handballauswahl ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Heim-WM 2017 (1. bis 17. Dezember).
Nach den Plätzen zehn und 13 bei den letzten großen Turnieren ist das Erreichen der Hauptrunde das primäre Ziel, um weitere Spiele gegen gute Gegner absolvieren zu können. Die Verantwortlichen des Deutschen Handballbundes (DHB) sehen die EM hauptsächlich als wichtigen „Baustein“ auf dem Weg zur Heim-WM 2017.
Die Auswahl des Deutschen Handballbundes spielt in der Vorrunde am Sonntag gegen Vizeweltmeister Niederlande (18.30 Uhr im Livestream, Highlights im Free-TV auf SPORT1), danach gegen den Olympia-Zweiten Frankreich (6. Dezember/20.45 Uhr) und den WM-Vierten Polen (8. Dezember/18.30 Uhr).
Spielerinnen, die auch mal den Mittelfinger zeigen, Wunderkinder und Bauernhof-Besitzerinnen: Der DHB-Kader für die EM (LIVE bei SPORT1) hält eine wilde Mischung bereit.
Star der Mannschaft ist der Trainer: Michael Biegler ist ein alter Hase im Trainergeschäft. Lange in der Bundesliga der Männer tätig, sammelte er von 2012 bis 2016 als Trainer der polnischen Männer bereits Erfahrungen als Nationaltrainer.
Die Handball-EM der Frauen LIVE auf SPORT1
Im Interview mit SPORT1 spricht der 55-Jährige über den Fahrplan seiner Mannschaft, Erwartungen und Ziele für die EM und blickt auch auf die Bundestrainersuche der deutschen Männer-Nationalmannschaft.
SPORT1: Das große Ziel der deutschen Handballerinnen ist die Heim-WM 2017. Wie gehen Sie jetzt die Europameisterschaft an?
Biegler: Wie jeden weiteren Tag in diesem Projekt. Wir haben einen Fahrplan erstellt, was wir mit der Mannschaft erarbeiten wollen. Man sieht, dass die Mannschaft den Zeitraum von 20 Monaten braucht. Erste Schritte haben wir schon umsetzen können. Wir bewegen uns weiterhin im Fahrplan, brauchen jetzt gute Spiele auf hohen Niveau, dazu dient die EM.
SPORT1: Ist das Ergebnis also eher zweitrangig und die EM eine Art Vorbereitungsturnier auf die WM?
Biegler: Wir sind bisher alle Spiele nicht ergebnisorientiert angegangen. Dafür ist die Zeit zu knapp. Ich habe zum Beispiel im Test gegen Spanien den Rückstand etwas zu hoch provoziert, weil ich eine Reaktion sehen wollte. Ich wollte sehen, was die Mannschaft macht. Gegen Schweden ist es so passiert, ohne meine Provokation. Nochmals: Was wir brauchen, sind Spiele auf hohem Niveau. Drei haben wir sicher. Die Spielerinnen zeigen sich bei einer Europameisterschaft. Wir sind Sportler, wollen uns durchsetzen. Aber es gibt auch eine Gesamtplanung. Das ist ein Spagat.
SPORT1: Wie schätzen sie die Vorrunden-Gruppe ein?
Biegler: Die ist hochkarätig besetzt. Man kann die Gruppe nicht so interpretieren, dass man sagt, man gewinnt ein Spiel und ab geht es in die Hauptrunde. Wir sollten für jedes Spiel einen Matchplan anlegen und dann sehen, wohin das führt.
SPORT1: Wie verfolgen Sie die Suche nach einem Bundestrainer bei den deutschen Herren?
Biegler: Ist das eine Suche? Ich habe die nicht so wahrgenommen, bin aber in dem Thema nicht so drin.
SPORT1: Für Sie ist es also kein Thema?
Biegler: Nein. Bestimmte Leute, die Entscheidungsträger sind, haben sich ja schon auf einen äußerst kleinen Personenkreis festgelegt. Ich bin der Bundestrainer des Frauen-Projektes.