Nach zwei Spieltagen mit null Punkten steht der TSV 1860 München in der Zweiten Liga bereits mit dem Rücken zur Wand. Es brennt schon lichterloh.
Nach der 0:3-Heimniederlage gegen RB Leipzig und dem Abrutschen auf den 17. Tabellenplatz hatten die Verantwortlichen des Traditionsvereins am Montag hart durchgegriffen: Gabor Kiraly, Vitus Eicher, Daniel Adlung, Yannick Stark sowie der 18 Jahre alte Kapitän Julian Weigl wurden degradiert.
Alle genannten Spieler genauso wie Gary Kagelmacher bekamen eine Geldstrafe, teilte 1860 Geschäftsführer Sport Gerhard Poschner noch mit.
Die fünf Profis wurden vorläufig ins Regionalliga-Team versetzt. Oldie Kiraly offensichtlich, weil er Kagelmacher an den Haaren gezogen hatte. Die anderen müssen wohl die Quittung für eine Partynacht zahlen.
Ins Nachtleben gestürzt
Wie SPORT1 erfuhr, hatten sich Eicher, Adlung, Stark und Weigl nach der Auftaktniederlage in Kaiserslautern in der Nacht zum trainingsfreien Mittwoch ins Münchner Nachtleben gestürzt.
Jetzt spricht Adlung bei SPORT1: „Die Nachricht war natürlich nicht erfreulich für uns. Aber ich akzeptiere die Strafe des Vereins. Ändern kann ich es jetzt sowieso nicht.“
Der 26-Jährige fügt hinzu: „Wir bereuen, was wir getan haben, aber wir sind und bleiben Menschen, es war eine Dummheit.“
Quartett kündigt Wiedergutmachung an
Adlung, Weigl, Eicher und Stark entschuldigten sich zudem offiziell: „Unser Verhalten war nicht in Ordnung. Und dafür stehen wir jetzt natürlich gerade. Es war ein Fehler, den wir bereuen“, schrieben sie in einer offiziellen Erklärung des Klubs.
Es sei ihnen zudem „ganz wichtig zu betonen, dass wir niemand schaden wollten. Wir entschuldigen uns bei allen Fans, der Mannschaft und dem Verein: Wir hängen uns ab sofort noch mehr rein. Und für unsere Fans überlegen wir uns auch noch eine kleine Wiedergutmachung.“
Adlung strebt Rückkehr an
Adlung gibt sich bei SPORT1 zuversichtlich: „Ich will mich wieder ran kämpfen. Für mich steht außer Diskussion jetzt zu sagen, dass ich mich damit abfinde. Ich werde mich weiter korrekt verhalten.“ Er wolle „so schnell wie möglich zu den Profis zurückkehren, um da meine Leistung zu bringen.“
Verständnis für Moniz
1860-Trainer Ricardo Moniz habe jedenfalls „richtig entschieden“, so Adlung. Und der Ex-Cottbuser spricht positiv über den Niederländer: „Das Verhältnis zur Mannschaft ist in Ordnung, er hat uns in der Zeit, wo er jetzt da ist, absolut positiv begleitet“, betont Adlung.
„Dass Moniz jetzt Konsequenzen ziehen musste, ist doch klar. Das zeigt nur, dass der Trainer rigoros seinen Stil durchzieht. Es gibt keine Missstimmung. Die Mannschaft steht hinter dem Trainer“, erklärt der Spieler zudem.
Für positive sportliche Schlagzeilen wollen die Sechziger schon am Wochenende sorgen. Am Sonntag spielen die Münchner im Pokal bei Holstein Kiel.