Es gibt einige Parallelen zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und 1860 München.
Neben der innigen Fan-Freundschaft, die die Anhänger beider Vereine seit Jahren pflegen.
Die zwei Klubs haben eine große Tradition, eine ausgeprägte Fankultur und zudem einen gemeinsamen Traum: die Rückkehr in die Bundesliga.
Wie es der Spielplan nun will, treffen beide Mannschaften schon am ersten Spieltag der neuen Saison aufeinander, wenn die „Roten Teufel“ am Montag unter Flutlicht die „Löwen“ empfangen.
„Freuen uns riesig auf den Auftakt“
„Eine wunderbare und sehr reizvolle Aufgabe, die wir so annehmen, wie sie ist“, sagt Lauterns neuer Sportdirektor Markus Schupp im Gespräch mit SPORT1.
„Mit den Löwen kommt ein traditionsreicher Verein mit tollen Fans. Wir freuen uns riesig auf den Auftakt.“
Schupp, der von 1984 bis 1991 für die Lauterer 177 Bundesligaspiele absolvierte, kehrte diesen Sommer als neuer starker Mann für den sportlichen Bereich zurück auf den Betzenberg.
Schupp ist zufrieden
Und der 48-Jährige zieht ein „sehr positives Fazit“ aus seinen ersten zwei Monaten: „Die Mannschaft arbeitet sehr konzentriert und engagiert. Die Zusammenarbeit mit Kosta Runjaic, seinem Trainerteam und mit Stefan Kuntz (FCK-Vorstandsvorsitzender, Anm. d. Red.) funktioniert sehr gut. Wir hatten zwei sehr gute Trainingslager bei uns in der Region mit vielen schweißtreibenden Trainingseinheiten, bei denen das Team zusammengewachsen ist.“
Für Schupp ging es seit seinem Amtsantritt vor allem darum „Mannschaft und Mitarbeiter kennenzulernen, entsprechende Gespräche zu führen, die Prozesse und Abläufe zu analysieren und sich ein Bild von der Gesamtsituation zu verschaffen“.
Umbruch in der Pfalz
Und wie ist die Gesamtsituation? Nach dem zweiten verpassten Aufstieg hintereinander musste Schupp eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen, die neue Begeisterung schafft.
Und dafür gab es mal wieder den großen Umbruch in der Pfalz. Fünf externen Zugängen und vier Spielern aus der eigenen Jugend, die mit einem Profivertrag ausgestattet wurden, stehen zwölf Abgänge gegenüber.
Zudem zeigt Schupp Interesse an Mittelfeldspieler Raphael Holzhauser vom VfB Stuttgart.
„Wir haben eine neue Philosophie, vor allem bei der Auswahl der Spieler. Hier wollen wir nachhaltiger agieren, wollen mit Spielern arbeiten, die wir weiterentwickeln und formen können“, erklärt Schupp.
FCK hält sich zurück
Es handele sich dabei um Spieler, „die den nächsten Schritt ihrer Karriere mit uns gehen wollen, nicht den letzten.“
Vor der neuen Runde gibt es vom FCK daher ungewohnt leise Töne. „Dass wir unbedingt aufsteigen müssen, haben wir nie gesagt“, betont Schupp.
Man wolle vielmehr „eine gute und stabile Saison spielen die bestmögliche Arbeit abliefern“ mit dem Ziel „täglich die bestmögliche Arbeit abzuliefern und dabei die Mannschaft zielführend zu voranzubringen.“
Und weiter: „Der Fokus unserer Arbeit liegt nicht auf dem direkten Aufstieg.“
Aus der Vergangenheit gelernt
Beim FCK hofft man, aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben. Da nämlich lag man gerade bei Neuverpflichtungen nicht immer richtig. Dieses Mal erhoffen sich Schupp und Kuntz wesentlich mehr.
„Wir sind von der Mannschaft überzeugt und haben Vertrauen in die Jungs“, sagt der neue Sportchef. Er sieht trotz des Umbruchs aber „keinen neuen FCK.“
Er stellt aber klar: „Wir haben eine veränderte Mannschaft, die verjüngt ist.“
„Löwen“ mit neuem Team
Eine veränderte Mannschaft haben auch die Sechziger, die unter anderem neben den Identifikationsfiguren Benjamin Lauth und Daniel Bierofka auch Leistungsträger Moritz Stoppelkamp verloren haben.
Doch während man in Lautern etwas zurückhaltender mit dem Wort Aufstieg umgeht, hört sich das bei den Münchnern ganz anders an.
Im elften Jahr Zweite Liga soll es endlich klappen mit der Rückkehr ins Oberhaus.
Moniz spricht von Aufstieg
„Die Zielsetzung ist immer, dass du den Wunsch der Fans erfüllst, der ist natürlich Meister zu werden“, sagt der neue „Löwen“-Coach Ricardo Moniz recht forsch im Gespräch mit SPORT1.
„Das sagst du als positive Zielsetzung, um etwas zu erreichen. Du brauchst den Mut, um das klar zu machen, doch es wird nicht einfach.“
Der 50-Jährige kam im Sommer nach München. Zuletzt arbeitete Moniz als Trainer bei Red Bull Salzburg (2011/2012), Ferencvaros Budapest (2012/2013) und seit März 2014 in Danzig.
Große Lust auf 1860
Moniz‘ Lust auf Sechzig ist groß: „Der Verein ist sehr stark. Wir können hier etwas entwickeln, was über Jahre entstehen kann bei diesem phantastischen Klub. Wir müssen den Mut haben zu sagen, dass jetzt alles besser wird.“
Man müsse dabei „eine gewisse Dominanz entwickeln, weil du nur dann in die Bundesliga kommen kannst. Wenn du deine Ambitionen nicht aussprichst, dann ändert sich doch nichts.“
Moniz ohne Angst
Das Auftaktprogramm der „Löwen“ hat es jedoch in sich. Nach Lautern kommt Geheimfavorit RB Leipzig in die Allianz Arena, doch Angst kennt Moniz nicht.
„Angst ist schlecht“, sagt der Niederländer. „Hart arbeiten und dabei eine gute Persönlichkeit und Qualität zeigen, das ist wichtig. Wenn das klappt, dann ist da kein Platz für Angst und Zweifel, sondern nur für Spaß.“